2013

16. Juni – 31. Juli 2013 anlässlich „Kunstzone Gräfelfing“

SHED_SCHUPPEN

Video-, Raum- und Klanginstallation

Ein-Kanal HD Video, Stereoton

Laufzeit 12:28 Min.

Gartenhaus, Scharnitzer Strasse 51A, 82166 Gräfelfing

Zugang vom Schulgelände

 

Ort

Das Gartenhäuschen (Schuppen) ist für die die Gartenstadt Gräfelfing kein untypisches Bauwerk. Es findet sich fast in jedem Garten und dient meistens zur Aufbewahrung allerlei Geräte sowie Gartenmobiliar während der Winterzeit. Der Ort wird eigentlich nicht oder nur selten belebt und hat grundsätzlich wenig bis keine Bedeutung für den alltäglichen menschlichen Umgang und ist somit auch in keiner Weise sozial behaftet. Es macht den Eindruck als sei der Schuppengeradezu ideal um etwas Geheimnisvolles zu verbergen.

Zugang

Der Besucher bewegt sich durch den Schulwald der Grund- und Mittelschule Lochham und erreicht den Ausstellungsbereich über einen, mit Büschen, dicht bewachsenen Pfad.Durch ein Gartentor kommt er zum Eingang der Installation.

Projekt

Hier geht es um Erforschungen mikro- und makroskopischer Bereiche mit Hilfe von Video, Klang und Musik. Das Klangmaterial der Komposition „MATERIE III“ von Markus Muench stammt aus Fieldrecording–‐Klängen von Insekten, Pflanzen und anderen Naturgeräuschen. Jörg Staeger untersucht die Komposition mit und durch, hauptsächlich im Makrobereich entstandene, Filmaufnahmen und digitale Bildbearbeitungen. Der Film und die Musik molekularisieren die Klang-und Bildmaterie und scheinen auf diese Weise in tiefere Erlebensschichten vorzudringen. Es entsteht eine Art Bewusstseinsstrom, der die Arbeit als eine gegenseitige Beeinflussung oder gar eine Kopplung der Sinne begreifen lässt. Ein Spielen mit dem intuitiven Verständnis fundamentaler Beziehungen zwischen Ereignissen und Kräften, die wesentliche Teile unserer Welt ausmachen können.

„Die Hauptwurzel ist verkümmert, ihr Ende abgestorben; und schon beginnt eine Vielheit von Nebenwurzeln wild zu wuchern. Hier erscheint die natürliche Realität als Verkümmerung der Hauptwurzel; gleichwohl besteht ihre Einheit als vergangene, zukünHige oder als mögliche fort. Man muss sich fragen, ob nicht Geist und Reflexion diesen Zustand dadurch ausgleichen, dass sie ihrerseits eine noch umfassendere verborgene Einheit oder eine erweiterte Totalität verlangen.“ Gilles Deleuze & Felix Guatari „Rhizom“

 

Pressespiegel

Münchner Merkur 20.06.2013 / Freia Oliv

„Hohle Puppen und leere Stühle“

Die Kunstzone Gräfelfing interessiert und irritiert mit über 180 Exponaten an unterschiedlichsten Orten

„…Eine der härtesten, aber auch spannendsten Nummern ist die Videoinstallation von Jörg Staeger in einem Gartenhaus. Hinter den friedlichen Liegestühlen wird aus den Naturaufnahmen und Geräuschen eine unheimliche Verzahnung: Zerstörung, Wachstum, Kontrollverlust assoziiert man bei diesem Sturm der Bilder und Klänge. Die Ruhe, die am Ende einkehrt, ist eine andere als vorher. Man geht mit einem Brummen in der Magengegend hinaus in eine Natur, deren Macht wie Schadhaftigkeit man erspürt hat….“

Süddeutsche Zeitung 12.07.2013/ Martin Bernstein

„Doppelbödiges Idyll“

Töne, Skulpturen, Licht: Beim Gang durch Gräfelfing stoßen die Besucher auf viele Kunstwerke.

„…so bedrohlich kann die Gartenstadt-Idylle sein. Fein säuberlich aufgereiht wie Sezierbesteck hängen die Schaufeln, Rechen, Harken and der Wand. Und so gemütlich es sich auch macht in den Liegestühlen – Gemütlichkeit mag gar nicht erst aufkommen im „SHED/SHUPPEN“, den Jörg Staeger und Markus Muench mit ihrer gleichnamigen Video-Klang-Installation bespielen. …Im Rasen und unter der Erde lauert das Grauen. Zumindest beschleicht einen das Gefühl, je länger man Staegers Makroaufnahmen verfolgt. Das Spiel des Windes im Gras wird zum bedrohlichen Knacken und reißen, das in den Ohren schmerzt. Wurzeln verflechten sich wie goldene Adern, ein Feuerwerk aus flirrender Hitze und knallenden Einschlägen…“