„oK.v001“  2015

 

Die abgebildete Arbeit hat Joerg Staeger anlässlich der Ateliertage im November 2014 gezeigt. Auf zwei gegenüber positionierte lichtdurchlässige Flächen projiziert er jeweils kreisrunde, sich stetig verändernde Strukturen, die ein löchriges Gewebe mikroskopisch zu vergrößern scheinen. Wenn die Spannung zu groß wird, zerreißt die Oberfläche und eine weitere Schicht wird aufdeckt.

Die Projektoren sind auf der jeweiligen Rückseite der Projektionsflächen angebracht. Das bläuliche bzw. violette Licht durchströmt die Projektionsflächen von hinten oben und erscheint als ovaler Lichtkegel überlappend auf dem Boden wieder. Begibt man sich in die Installation, wird man sogleich lichthafter Teil eines gleichermaßen faszinierenden und unergründlichen Vorgangs naturartiger Selbstorganisation.

oKv001_01

oK.v001 / November 2014

Denkfiguren: Immanenz, Oberfläche, Haut, Spannung, Gewalt, Intensitäten, Stratifizierung, Schichten, Organismus, Rhythmisierung, Faltung, Verzweigung, Gabelung, Begegnung  //  

Immanenz (lateinischimmanere ‚darin bleiben‘, ‚anhaften‘) bezeichnet das in den Dingen Enthaltene, das sich aus ihrem Wesen ergibt. Es ist der Gegenbegriff zur Transzendenz. Das Adjektiv immanent bezeichnet eine einem Gegenstand innewohnende Eigenschaft, die somit nicht durch Folgerung oder Interpretation hergeleitet worden ist.

Für mich ist die Haut gleichzeitig eine organische und eine nur in der Vorstellung existierende Gegebenheit, sie ist Schutzvorrichtung unserer Individualität sowie erstes Instrument und Ort des Austauschs mit dem Anderen.