September / November

Basel – Zürich – München

DREI FLIEGENDE MINUTEN

von Helga Pogatschar mit Jaccard/Schelling DRIFT

Ein surreales Vexierspiel mit Sprechtexten und Liedern, drei Frauen und Video nach einem Text von Nora Gomringer.

Drei Frauen aus drei Generationen und drei Musikerinnen bringen Lebenslinien und Zeitachsen durcheinander. Die drei Frauen teilen sich das Leben einer Person und leisten dem vorgegebenen Lebensentwurf Widerstand. Sie singen und sprechen Gedanken, Geheimnisse, Selbstbezichtigungen, Erklärungen, Gespräche mit Geliebten und Gehassten und legen sich gegenseitig Dinge in den Mund. Das Stück bewegt sich wie das Leben – zwischen strenger Form, Gestaltungswillen und blitzschnellem Reagieren auf neu geschaffene Tatsachen.

„Ohne Lächeln kommt der Mensch, ohne Lächeln geht er. Drei fliegende Minuten lang war er froh.“ Jean Paul hat diesen Sinnspruch formuliert und damit eine klare Biographie-Schablone vorgeschnitten. Die im wahrsten Sinne mehr-stimmige Produktion „Drei fliegende Minuten“ versucht etwas sehr Ähnliches: die Nachzeichnung eines Lebens aus und in drei Perspektiven, ja drei fliegenden Minuten. Im Zentrum des Geschehens steht ein namenloses Frauenleben, von Liebe, Lieben, Krankheit, Stagnation, Wirrnis und von rückblickender Lakonie und zugleich beständiger Aufbruchstimmung markiert. Drei Leben ergeben eines, drei Positionen werden zu einer.

Konzept: Helga Pogatschar, Béatrice Jaccard, Peter Schelling, Michael Bischoff

Komposition, musikalische Leitung: Helga Pogatschar

Text, Libretto: Nora Gomringer

Regie, Bühne: Peter Schelling

Choreografie: Béatrice Jaccard

Bühne, Licht: Michael Bischoff

Bewegtbild: Jörg Staeger

Kostüme: Pascale Martin

Dastellerinnen: Dorothea Brandt – Gesang, Béatrice Jaccard – Tanz,

Eva Schmidt – gesprochenes Wort

Musikerinnen: Slava Cernavca – Klarinetten, Jenny Stölken – Viola,

Stefanie Schumacher – Akkordeon